• Stefan Krause
  • Perspektive: Sind ausgewogene Investmentstrategien heute noch zeitgemäß?

Perspektive: Sind ausgewogene Investmentstrategien heute noch zeitgemäß?

12. Dezember 2025

In unserer aktuellen Ausgabe widmen wir uns der Frage, ob das klassische 60/40-Portfolio bzw. ein ausgewogenes Portfolio mit 50% Aktien und 50% Renten den wachsenden Anforderungen und den sich stark verändernden Rahmenbedingungen noch gerecht werden kann.

Die beiden Konzepte beruhen auf der Annahme, dass Anleihen in Krisenzeiten als stabilisierende Faktoren wirken, eine negative Korrelation zu den Aktienmärkten aufweisen und zusätzlich Zinserträge liefern. In der Vergangenheit konnten dadurch Investoren in fallenden Aktienmärkten auf einen positiven Beitrag aus ihren Rentenpositionen hoffen. In solchen Phasen kam es an den Aktienmärkten daher häufig zu einer Flucht in Staatsanleihen und damit in die vermeintliche Sicherheit.

Diese Anlagekonzepte erfreuten sich in der Vergangenheit großer Beliebtheit, da die Anleger von den Ertragschancen der Aktienmärkte profitierten und die Schwankungen des Portfolios in Zeiten von Aktienkrisen durch den positiven Beitrag der Rentenseite erträglicher wurden.

Seit der Finanzkrise der Jahre 2007/2008 hat sich die Verschuldungssituation vieler Staaten allerdings deutlich verändert und damit auch deren Bonität. Im Jahr 2007 wiesen die Vereinigten Staaten noch eine solide Verschuldungsquote von rund 65% des Bruttoinlandsprodukts aus. Diese wurde durch die höchsten Bonitätsnoten der Ratingagenturen untermauert.

In der langfristigen Folge der Finanzkrise und die stark ausgeweitete Schuldenaufnahme während der Coronazeit führten dazu, dass die Verschuldung der Vereinigten Staaten auf etwa 124% des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2024 anstieg. Bereits 2011 hatte S&P das Rating der USA auf AA+ herabgestuft.

Ähnlich stellt sich die Situation in den Ländern der Eurozone dar: Neben der Finanzkrise und der Coronazeit war hier die Euro-Krise im Jahr 2011 ein weiterer Treiber für den Anstieg der Schulden. Zuletzt erhielt Frankreich, eines der Kernländer der Eurozone, größere Aufmerksamkeit, da die Gesamtverschuldung des Landes deutlich zunahm. Lag diese im Jahr 2007 noch bei 65,5% des Bruttoinlandsprodukts, so musste La Grande Nation bis zum Jahr 2024 einen deutlichen Anstieg auf 113% hinnehmen.

Zudem hatte der seit den neunziger Jahren bestehende Trend sinkender Zinsen bis hin zu Null- bzw. Negativzinsen während der Coronazeit die Attraktivität der Renditen deutlich geschmälert. Diese Entwicklung und der damit verbundene Verlust an Attraktivität konnte durch den Zinsanstieg im Jahr 2022 bis dato nur teilweise ausgeglichen werden.

Für Deutschland lassen sich die oben beschriebenen Markteinflüsse sehr gut in der  Renditeentwicklung der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen ablesen:

Nachfolgendes Szenario hat daher eine realistische Eintrittswahrscheinlichkeit: Der Risikoausgleich-Mechanismus der ausgewogenen Anlageformen steht vor dem geschilderten Hintergrund bei einer möglichen Verschuldungskrise auf der Kippe.

In einer solchen Phase wird der Kapitalmarkt von den Staaten als Schuldnern höhere Zinsen (höhere Risikoprämien) fordern, was nicht nur zu Verlusten bei den Aktien, sondern auch bei den Anleihekursen führen wird. Die Risiken werden verstärkt, wenn neben der steigenden Verschuldung auch eine hartnäckige Inflation die Zinsen weiter nach oben treibt. Der zwischen den Weltmächten entbrannte Kampf um die globalen Ressourcen, die Komplementärkosten des Klimawandels und der zunehmende Protektionismus im Welthandel werden eine Rückkehr der Inflationsraten zu den niedrigen Niveaus der Vor-Coronazeit mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft verhindern.

Bei der FOCAM AG beschäftigen wir uns täglich mit den Veränderungen der Kapitalmärkte. Unser Anspruch ist es, unsere Anlagekonzepte den sich rasch ändernden Rahmenbedingungen der Märkte optimal anzupassen.

Auf die große Herausforderung, die im Wesentlichen durch die beschriebene Verschuldungssituation der Vereinigten Staaten und deren Einfluss auf die Zinsentwicklung verursacht wurde, haben wir mit einem modularen Aufbau der Balance-Strategie reagiert. Eine ausgewogene Strategie kann nach wie vor attraktiv für die Investoren sein, wir sehen aber auch die Notwendigkeit einer deutlichen Anpassung an die heutige Zeit und Rahmenbedingungen.

Daher haben wir die balancierte Strategie durch weitere Investitionsmodule ergänzt, um die Abhängigkeit von einzelnen Komponenten, in diesem konkret beschriebenen Fall von der Rentenseite, zu reduzieren. Wir haben unsere verschiedenen Renten- und Aktienstrategien um Rohstoffe, Edelmetalle, Währungen, und alternative Strategien ergänzt. Damit ist unser Portfolio robuster ausgerichtet, ohne die Renditechancen zu verringern.

Hinter der modularen Herangehensweise verbirgt sich der etablierte Investitionsansatz vieler Family Offices und Stiftungen, dem wir seit unserer Gründung im Jahr 1999 folgen. Hierbei haben wir uns von den klassischen Endowment Funds inspirieren lassen, die beispielhaft seit Jahrzehnten das Stiftungsvermögen der amerikanischen Elite-Universitäten Harvard und Yale überproportional erfolgreich managen.

Mit unserem Investmentfonds „FOCAM Modular Solutions“ haben wir einen ausgewogenen Mischfonds entwickelt, der die oben skizzierte modulare Verwaltung erfolgreich umsetzt und auch für den individuellen Investor zugänglich macht. Ähnlich wie ein Endowment Fund ist der „FOCAM Modular Solutions“ langfristig ausgerichtet und strebt zusätzlich zum realen Kapitalerhalt eine attraktive Rendite an. Anders als beim klassischen Endowment Fund beinhaltet der FOCAM Modular Solutions jedoch trotz seiner Diversifikation über die oben erwähnten Assetklassen ausschließlich liquide Anlagen, um eine grundsätzliche Flexibilität in der Steuerung zu ermöglichen.

Es würde mich sehr freuen, wenn ich mit diesem Beitrag Ihr Interesse an der Investmentphilosophie der FOCAM AG geweckt habe.

Mit besten Grüßen
Stefan Krause

Sprecher des Vorstands
FOCAM AG

  • Stefan Krause
  • Perspektive: Sind ausgewogene Investmentstrategien heute noch zeitgemäß?

Perspektive: Sind ausgewogene Investmentstrategien heute noch zeitgemäß?

12. Dezember 2025

In unserer aktuellen Ausgabe widmen wir uns der Frage, ob das klassische 60/40-Portfolio bzw. ein ausgewogenes Portfolio mit 50% Aktien und 50% Renten den wachsenden Anforderungen und den sich stark verändernden Rahmenbedingungen noch gerecht werden kann.

Die beiden Konzepte beruhen auf der Annahme, dass Anleihen in Krisenzeiten als stabilisierende Faktoren wirken, eine negative Korrelation zu den Aktienmärkten aufweisen und zusätzlich Zinserträge liefern. In der Vergangenheit konnten dadurch Investoren in fallenden Aktienmärkten auf einen positiven Beitrag aus ihren Rentenpositionen hoffen. In solchen Phasen kam es an den Aktienmärkten daher häufig zu einer Flucht in Staatsanleihen und damit in die vermeintliche Sicherheit.

Diese Anlagekonzepte erfreuten sich in der Vergangenheit großer Beliebtheit, da die Anleger von den Ertragschancen der Aktienmärkte profitierten und die Schwankungen des Portfolios in Zeiten von Aktienkrisen durch den positiven Beitrag der Rentenseite erträglicher wurden.

Seit der Finanzkrise der Jahre 2007/2008 hat sich die Verschuldungssituation vieler Staaten allerdings deutlich verändert und damit auch deren Bonität. Im Jahr 2007 wiesen die Vereinigten Staaten noch eine solide Verschuldungsquote von rund 65% des Bruttoinlandsprodukts aus. Diese wurde durch die höchsten Bonitätsnoten der Ratingagenturen untermauert.

In der langfristigen Folge der Finanzkrise und die stark ausgeweitete Schuldenaufnahme während der Coronazeit führten dazu, dass die Verschuldung der Vereinigten Staaten auf etwa 124% des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2024 anstieg. Bereits 2011 hatte S&P das Rating der USA auf AA+ herabgestuft.

Ähnlich stellt sich die Situation in den Ländern der Eurozone dar: Neben der Finanzkrise und der Coronazeit war hier die Euro-Krise im Jahr 2011 ein weiterer Treiber für den Anstieg der Schulden. Zuletzt erhielt Frankreich, eines der Kernländer der Eurozone, größere Aufmerksamkeit, da die Gesamtverschuldung des Landes deutlich zunahm. Lag diese im Jahr 2007 noch bei 65,5% des Bruttoinlandsprodukts, so musste La Grande Nation bis zum Jahr 2024 einen deutlichen Anstieg auf 113% hinnehmen.

Zudem hatte der seit den neunziger Jahren bestehende Trend sinkender Zinsen bis hin zu Null- bzw. Negativzinsen während der Coronazeit die Attraktivität der Renditen deutlich geschmälert. Diese Entwicklung und der damit verbundene Verlust an Attraktivität konnte durch den Zinsanstieg im Jahr 2022 bis dato nur teilweise ausgeglichen werden.

Für Deutschland lassen sich die oben beschriebenen Markteinflüsse sehr gut in der  Renditeentwicklung der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen ablesen:

Nachfolgendes Szenario hat daher eine realistische Eintrittswahrscheinlichkeit: Der Risikoausgleich-Mechanismus der ausgewogenen Anlageformen steht vor dem geschilderten Hintergrund bei einer möglichen Verschuldungskrise auf der Kippe.

In einer solchen Phase wird der Kapitalmarkt von den Staaten als Schuldnern höhere Zinsen (höhere Risikoprämien) fordern, was nicht nur zu Verlusten bei den Aktien, sondern auch bei den Anleihekursen führen wird. Die Risiken werden verstärkt, wenn neben der steigenden Verschuldung auch eine hartnäckige Inflation die Zinsen weiter nach oben treibt. Der zwischen den Weltmächten entbrannte Kampf um die globalen Ressourcen, die Komplementärkosten des Klimawandels und der zunehmende Protektionismus im Welthandel werden eine Rückkehr der Inflationsraten zu den niedrigen Niveaus der Vor-Coronazeit mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft verhindern.

Bei der FOCAM AG beschäftigen wir uns täglich mit den Veränderungen der Kapitalmärkte. Unser Anspruch ist es, unsere Anlagekonzepte den sich rasch ändernden Rahmenbedingungen der Märkte optimal anzupassen.

Auf die große Herausforderung, die im Wesentlichen durch die beschriebene Verschuldungssituation der Vereinigten Staaten und deren Einfluss auf die Zinsentwicklung verursacht wurde, haben wir mit einem modularen Aufbau der Balance-Strategie reagiert. Eine ausgewogene Strategie kann nach wie vor attraktiv für die Investoren sein, wir sehen aber auch die Notwendigkeit einer deutlichen Anpassung an die heutige Zeit und Rahmenbedingungen.

Daher haben wir die balancierte Strategie durch weitere Investitionsmodule ergänzt, um die Abhängigkeit von einzelnen Komponenten, in diesem konkret beschriebenen Fall von der Rentenseite, zu reduzieren. Wir haben unsere verschiedenen Renten- und Aktienstrategien um Rohstoffe, Edelmetalle, Währungen, und alternative Strategien ergänzt. Damit ist unser Portfolio robuster ausgerichtet, ohne die Renditechancen zu verringern.

Hinter der modularen Herangehensweise verbirgt sich der etablierte Investitionsansatz vieler Family Offices und Stiftungen, dem wir seit unserer Gründung im Jahr 1999 folgen. Hierbei haben wir uns von den klassischen Endowment Funds inspirieren lassen, die beispielhaft seit Jahrzehnten das Stiftungsvermögen der amerikanischen Elite-Universitäten Harvard und Yale überproportional erfolgreich managen.

Mit unserem Investmentfonds „FOCAM Modular Solutions“ haben wir einen ausgewogenen Mischfonds entwickelt, der die oben skizzierte modulare Verwaltung erfolgreich umsetzt und auch für den individuellen Investor zugänglich macht. Ähnlich wie ein Endowment Fund ist der „FOCAM Modular Solutions“ langfristig ausgerichtet und strebt zusätzlich zum realen Kapitalerhalt eine attraktive Rendite an. Anders als beim klassischen Endowment Fund beinhaltet der FOCAM Modular Solutions jedoch trotz seiner Diversifikation über die oben erwähnten Assetklassen ausschließlich liquide Anlagen, um eine grundsätzliche Flexibilität in der Steuerung zu ermöglichen.

Es würde mich sehr freuen, wenn ich mit diesem Beitrag Ihr Interesse an der Investmentphilosophie der FOCAM AG geweckt habe.

Mit besten Grüßen
Stefan Krause

Sprecher des Vorstands
FOCAM AG

Nach oben scrollen