Der massive Angriff Irans durch die USA und Israel hat an den Finanzmärkten Turbulenzen ausgelöst und dominiert seitdem das Verhalten der Marktteilnehmer. Heftige Gegenschläge des Mullah-Regimes auf die Ölinfrastruktur der Golfstaaten sowie die faktische Blockade der Straße von Hormus ließen den Ölpreis kurzzeitig auf über 120 US-Dollar pro Barrel hochschießen. Damit wurden Sorgen um einen globalen Anstieg der Inflation und eine Schwächung der Weltwirtschaft geschürt. Während die Börsen der Länder, die stärker von Energieimporten abhängig sind, negativ reagierten, hielten sich US-Aktien vergleichsweise stabil. Hierzu dürfte auch die Flucht der Anleger in die klassischen „Safe-Haven“-Währungen US-Dollar und Schweizer Franken beigetragen haben. Auch der Goldpreis profitierte von der zunehmenden Risikoaversion der Anleger. Die Anleihemärkte begannen hingegen, perspektivisch höhere Inflationsraten einzupreisen.
Die weitere Tendenz der Börsen ist eng an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt. Inwieweit es dem Iran gelingen wird, die für die Weltwirtschaft wichtigen Öltransporte zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer dauerhaft zu blockieren und den Kriegsgegner damit unter Druck zu setzen, ist derzeit nicht seriös prognostizierbar. Klar ist jedoch, dass US-Präsident Trump ein lebhaftes Interesse daran hat, den Krieg in absehbarer Zeit zu beenden und den Ölpreis auf einem niedrigeren Niveau zu stabilisieren. Denn die Zustimmung in der amerikanischen Bevölkerung zum Iran-Krieg ist – anders als beispielsweise während des Golfkriegs 1991 – gering, seine Umfragewerte sind auf einem Tiefstand und die auch in den USA steigenden Benzinpreise belasten die US-Bürger. Hinzu kommt, dass die äußerst erratische Kommunikation der US-Regierung zu den Zielen, der möglichen Dauer und den Konsequenzen ihres Angriffs auf den Iran weltweit für eine tiefe Verunsicherung sorgt. Im Hinblick auf die am 3. November stattfindenden Zwischenwahlen in den USA, in denen das Repräsentantenhaus komplett und der Senat zu einem Drittel neu gewählt werden, ist dies eine äußerst ungünstige Gemengelage für Trump. Da die Demokraten in den Umfragen derzeit vorne liegen, wird der US-Präsident alles daransetzen, den Krieg gegen den Iran zu beenden und eine Öffnung der Straße von Hormus herbeizuführen. Gelingt ihm dies, werden die Aktienmärkte mit einer Erleichterungs-Rally reagieren und sich wieder den klassischen Werttreibern wie Wirtschaftswachstum, Unternehmensgewinnen und Notenbankpolitik zuwenden, die wir bis zum Beginn des Überfalls am 28. Februar durchaus positiv eingeschätzt hatten. Die Hoffnung auf ein rasches Kriegsende entspricht gegenwärtig auch der überwiegenden Erwartung der Marktteilnehmer und erklärt die bisher im Vergleich zum Ölpreisanstieg relativ moderate Negativreaktion der Börsen. Gleichzeitig liegt hierin aber auch ein Risiko, denn eine länger andauernde Konfrontation im Nahen Osten und dauerhaft erhöhte Ölpreise würden die globalen Wachstums- und Inflationsperspektiven spürbar eintrüben und die Börsen erneut belasten.
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