• Ulrich-Reitz
  • Anhaltendes Zoll-Chaos von positiver Berichtssaison überlagert

Anhaltendes Zoll-Chaos von positiver Berichtssaison überlagert

12. August 2025

Die Hoffnung, dass der zwischen der Europäischen Union und den USA ausgehandelte Zoll-Deal einen Befreiungsschlag für die Konjunktur im Euroraum darstellen würde, hat sich nicht erfüllt. Es wurden keine Details geklärt, Vereinbarungen wurden von Donald Trump nicht eingehalten und am Ende bleiben etliche Fragen offen. Klar ist, dass sich die EU gegenüber den USA in der schwächeren Position befindet. Dies drückt sich auch in der besseren Wertentwicklung amerikanischer Aktien in den letzten Wochen aus.

Zu der positiven Entwicklung der US-Titel trug auch die laufende Berichtssaison bei, in der einige amerikanische Hightech-Unternehmen ihre außerordentliche Ertragsstärke erneut unter Beweis stellten. Auch die asiatischen Märkte, insbesondere Japan und China, profitierten von besseren Unternehmens- und Wirtschaftsdaten. Einen deutlichen Preisrückgang verzeichnete Rohöl, nachdem die OPEC+, der auch Russland angehört, eine Erhöhung der Fördermengen angekündigt hatte.

Aktuell bewegen sich die Aktienmärkte im Spannungsfeld zwischen schwächeren US-Konjunkturdaten und der zunehmenden Hoffnung auf Zinssenkungen durch die amerikanische Fed. Einerseits haben die jüngsten US-Arbeitsmarktzahlen die Furcht vor einem Abschwung in den USA befeuert. Andererseits sind aber auch die Chancen für Zinssenkungen durch die Notenbank gestiegen, insbesondere, da die letzten Inflationsdaten anzeigen, dass die verhängten Importzölle bisher nicht so preistreibend wirken wie befürchtet. Der positive Verlauf der aktuellen Berichtssaison, in der sowohl amerikanische als auch europäische Unternehmen die Schätzungen der Analysten deutlich übertroffen haben, hat zudem zu der freundlichen Börsentendenz der letzten Wochen beigetragen.

Vor dem Hintergrund dieser positiven Faktoren gehen wir davon aus, dass die Aktienmärkte trotz konjunktureller Warnsignale aus den USA gut unterstützt bleiben. Mit einer dynamischen Aufwärtsentwicklung rechnen wir in den kommenden Monaten jedoch nicht, da die Bewertungen sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks wieder deutlich angestiegen sind und die Monate August bis September historisch zu den schwächeren Börsenphasen zählen.

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Anhaltendes Zoll-Chaos von positiver Berichtssaison überlagert

12. August 2025

Die Hoffnung, dass der zwischen der Europäischen Union und den USA ausgehandelte Zoll-Deal einen Befreiungsschlag für die Konjunktur im Euroraum darstellen würde, hat sich nicht erfüllt. Es wurden keine Details geklärt, Vereinbarungen wurden von Donald Trump nicht eingehalten und am Ende bleiben etliche Fragen offen. Klar ist, dass sich die EU gegenüber den USA in der schwächeren Position befindet. Dies drückt sich auch in der besseren Wertentwicklung amerikanischer Aktien in den letzten Wochen aus.

Zu der positiven Entwicklung der US-Titel trug auch die laufende Berichtssaison bei, in der einige amerikanische Hightech-Unternehmen ihre außerordentliche Ertragsstärke erneut unter Beweis stellten. Auch die asiatischen Märkte, insbesondere Japan und China, profitierten von besseren Unternehmens- und Wirtschaftsdaten. Einen deutlichen Preisrückgang verzeichnete Rohöl, nachdem die OPEC+, der auch Russland angehört, eine Erhöhung der Fördermengen angekündigt hatte.

Aktuell bewegen sich die Aktienmärkte im Spannungsfeld zwischen schwächeren US-Konjunkturdaten und der zunehmenden Hoffnung auf Zinssenkungen durch die amerikanische Fed. Einerseits haben die jüngsten US-Arbeitsmarktzahlen die Furcht vor einem Abschwung in den USA befeuert. Andererseits sind aber auch die Chancen für Zinssenkungen durch die Notenbank gestiegen, insbesondere, da die letzten Inflationsdaten anzeigen, dass die verhängten Importzölle bisher nicht so preistreibend wirken wie befürchtet. Der positive Verlauf der aktuellen Berichtssaison, in der sowohl amerikanische als auch europäische Unternehmen die Schätzungen der Analysten deutlich übertroffen haben, hat zudem zu der freundlichen Börsentendenz der letzten Wochen beigetragen.

Vor dem Hintergrund dieser positiven Faktoren gehen wir davon aus, dass die Aktienmärkte trotz konjunktureller Warnsignale aus den USA gut unterstützt bleiben. Mit einer dynamischen Aufwärtsentwicklung rechnen wir in den kommenden Monaten jedoch nicht, da die Bewertungen sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks wieder deutlich angestiegen sind und die Monate August bis September historisch zu den schwächeren Börsenphasen zählen.

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